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Im wahrsten Sinne des Wortes heiß her ging es auf der gestrigen außerordentlichen Mitgliederversammlung der Fußballer des SSV Ulm 1846, die aufgrund der unerwartet hohen Teilnehmerzahl (offiziell 151) mit einer halben Stunde Verspätung begann.
Zunächst ergriff Insolvenzverwalter Prof. Dr. Martin Hörmann das Wort und brachte die Mitglieder mit einem Rückblick und Zukunftsausblick auf den aktuellen Stand. Demnach belief sich der Schuldenberg auf 1,2 Mio. Euro, wovon der Stammverein mit rund 500.000 Euro der Hauptgläubiger des Insolvenzverfahrens war bzw. ist.
Nachdem dann die Mitglieder mit großer Mehrheit über die neue Satzung (u. a. Wegfall des Aufsichtsrats und Direktwahl des Präsidiums durch die Mitgliederversammlung) abstimmten (145 Jastimmen, 1 Neinstimme, 5 Enthaltungen) wurde erwartungsgemäß Paul Sauter ohne Gegenstimme (149 Jastimmen, 2 Enthaltungen) zum neuen Präsidenten gewählt. Ebenfalls ohne Gegenstimmen gewählt wurden Rechtsanwältin Elke Strauß (148 Jastimmen, 3 Enthaltungen) und Bankkaufmann Georg Unbehaun (150 Jastimmen, 1 Enthaltung) als Vizepräsidenten. Udo Pfeffer und Thomas Oelmayer wurden zu Kassenprüfern gewählt.
Im Anschluss daran gaben die Mitglieder ihr einstimmiges Einverständnis dafür, dass die Anfang des Jahres eingezogenen Mitgliedsbeiträge zur Tilgung der Masseverbindlichkeiten verwendet werden dürfen.
Nach einer detaillierten Erläuterung zum geplanten Mini-Etat 2011/12, der sich momentan auf 345.000 Euro beläuft, wurde es spannend – der achte Punkt auf der Tagesordnung stand an: Die Beratung und Abstimmung über die weitere Vorgehensweise bezüglich des Vereinsnamens und des Vereinswappens.
Die rechtliche Situation ist klar: Der Vereinsname darf behalten werden, das Nutzungsrecht für das Vereinswappen ist aufgrund der Insolvenz erloschen. Überlegungen, den Vereinsnamen freiwillig zu ändern, wurden durch teils emotional dargestellte Argumente schnell wieder verworfen – ein erstes Meinungsbild der anwesenden Mitglieder sprach sich mit klarer Mehrheit für die Beibehaltung des Namens aus. Gerüchte, für Sponsoren wäre ein neuer Name attraktiver, stellten sich als falsch heraus.
Schwieriger, da rechtlich klar definiert, wird es, das Wappen halten zu können. Allerdings beauftragten die Mitglieder auch hier das Präsidium und insbesondere Rechtsanwältin Elke Strauß, Verhandlungen bezüglich eines fortführenden Nutzungsrechts möglichst ohne Kosten aufzunehmen – Verträge seien schließlich Verhandlungssache und jederzeit änderbar, wie ein Mitglied feststellte. Sollten diese Gespräche scheitern, so soll das seit 1970 existierende Emblem nur minimal verändert werden, um den Bezug und damit auch die Tradition zu wahren.
Eine verbindliche Abstimmung bezüglich dieses spürbar heiklen Themas wird es jedoch erst bei der nächsten Mitgliederversammlung Ende August geben, auf der die Mitglieder zusätzlich noch der Fortführung des Vereins gemäß dem Insolvenzrecht zustimmen müssen.
Nach Ehrung der bisherigen Jugendleiter und Vorstellung des neuen Teams war die schweißtreibende Mitgliederversammlung bei tropischen Temperaturen im Ulmer Tennisheim um genau 22:57 Uhr beendet.
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